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Produktdetails
Herausgeber: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: 8. Februar 2010
Sprache: Deutsch
Produktgewicht inkl. Verpackung: 118 g
Seitenzahl: 144 Seiten
ISBN-10: 345368544X ...
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Produktinformation
Kurzbeschreibung
Fingerspiele helfen, die Wahrnehmung und Koordinationsfähigkeit von Anfang an zu schulen und zu entwickeln. Sie sind Heilmittel gegen Kummer, Ablenkung beim Wickeln und schönes Zubettgehritual. Mit einer Mischung aus bekannten und neuen Varianten entführt Anke Reimann uns in die Welt von Häschen Löffelöhr, Nachtschwelm und dem Siebenschwein. Und schon sind wir wieder ganz Finger!
Mit Spielversen aus aller Welt.Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Wild wachsende Fingerspiele
An manch einem Sonntagmorgen liegen wir schon mal zu zehnt im Bett: Da sind wir - Vater, Mutter und Kind sowie Schlomps, Momps und Pomps, Atombohrer, Greifer, Wuppdi und Wolke. Wahlweise. Wenn Söhnchen ruft: "Atombohrer!" Dann kommt der Atombohrer. Papas unerbittlicher Zeigefinger von oben mit tiefen, immer lauter werdenden Dröhngeräuschen, immer näher auf das entzückt kreischende Kind zu. Aber wirklich gefährlich ist Atombohrer nicht, er verschluckt sich oft, und manchmal muss er spucken, worüber das Kind und sein Papa mächtig lachen können. Wolke ist sanfter. Sie besteht aus zwei Fingern, ein kleines, lebhaftes Viktoryzeichen mit hoher Stimme. Wuppdi, hakenförmiger Zeigefinger, das "X" im Fingeralphabet, ist der beste Gesprächspartner, denn er kennt gute Witze. Greifer, die ganze Hand, ist das was er zu sein scheint, ein wüster Kneifer, gegen den man im Ringkampf gewinnen muss, der aber in Wirklichkeit viel empfindlicher ist als das Kind und bei der kleinsten Kitzelattacke quiekend die Flucht ergreift. Schlomps, Momps und Pomps sind dreiköpfige Drachen. Zeige-, Mittel- und Ringfinger sind die Köpfe, Daumen und kleiner Finger sind die Beine. Schlomps ist der Babydrache. Momps und Pomps sind Mama- und Papadrachen.
Ihnen wird alles gezeigt, was es auf der Welt zu sehen gibt. Zum Beispiel auf langen Autofahrten. Dann ruft es aus dem Kindersitz von hinten: "Schlomps! Guck mal dort!" Dann guckt Mamas Hand, die in solchen Fällen für den Schlomps zuständig ist, mit drei Fingern aus dem Autofenster. Im umgekehrten Fall, wenn sich auf der Rückbank Unruhe breitmacht, hat die Drachenfamilie schon so manche Fahrkrise überwunden und die gute Laune wiederhergestellt.
Es war auch einmal ein Kunsthandwerkermarkt im hiesigen Schloss. Einer der Handwerker arbeitete mit einer extra ausgetüftelten Laubsäge-Maschine, um raffinierte, ausklappbare Holzburgen herzustellen. Wir verbrachten Stunden vor dieser Maschine, während der Mann unermüdlich weiterarbeitete.
Zuerst musste sich unser kleiner Sohn alles genau angucken. Er ließ sich jedes einzelne Teil der Maschine von uns bis ins Detail erklären. Dann sollte sich Atombohrer alles ebenso gründlich angucken. "Nee, lieber nicht", sagte der Vater. "Oh bitte!", rief das Kind und machte Scheinwerferaugen. Ergeben hob Papa den ausgestreckten Zeigefinger in Richtung der Maschine, wo der Handwerker grinsend seine zweihundertste Burg aus dem Holz sägte. Atombohrer sah sich die Maschine genau an und Söhnchen erklärte ihm jedes einzelne Teil. Als es damit fertig war, rief es: "Wuppdi!" Der Vater stöhnte. Aber was Atombohrer durfte, sollte auch Wuppdi dürfen. Und auch Wuppdi sah sich die Maschine genau an und bekam von unserem Kind alles bis ins Detail erklärt. Danach waren Greifer und Wolke an der Reihe. Mama saß grinsend daneben. Es war ja nicht ihr Problem. "Schlomps!", rief das Kind. "Nee, lieber nicht", sagte die Mutter. "Oh bitte!", rief das Kind und machte Scheinwerferaugen! Schon hob sich Mamas rechte Hand wie von allein, und drei ihrer Finger guckten sich die Maschine genau an und bekamen jedes einzelne Teil erklärt. So war das und so entsteht Wildwuchs auf dem Fingerspielsektor.
Und genau das will dieses Buch auch. Zunächst aber bekommen Sie alle verfügbaren neuen Reime und Fingerspiele geordnet und aufbereitet an die Hand und dann können Sie damit selbst variieren, kombinieren, improvisieren.
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen!
Anke Reimann
Einleitung
Die Klassiker der Fingerspiele, wie zum Beispiel: "Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen" wurden bereits in vielen Büchern vorgestellt. Dieses Buch setzt die Sammlung mit bisher weniger Bekanntem und ganz Unbekanntem fort. Neue Fingerspiele sind für Überraschungen gut. Und: Kinder lieben den Schabernack. In Zeiten gemeinsamer Muße reimen und witzeln wir herum, trösten und necken. Für Eltern, Großeltern und Erzieher gibt es keinen schöneren Lohn als das Lachen der Kinder.
Jeder von uns - auch Sie - hat seine eigene Schauspieltruppe immer dabei: Fünf Finger an jeder Hand. Die kleinen sind die Harlekine, Daumen ist der Stärkste. Alle sind ausdrucksstark und wandlungsfähig. Dieses Buch ist ein Rollenbuch für kurze und lange Finger. Nehmen Sie es als Fundus für Ihre eigene kleine, stets bereite Schauspieltruppe.
Die Neuen Fingerspiele sind je nach Art ihrer Verwendung in Kapitel eingeteilt. Es gibt Spiele zum Schmusen, Zählspiele, gruppentaugliche Aktionsspiele, kleine Geschichten und das Theater der Hände. Letzteres zählt zu den Besonderheiten dieses Buches, ebenso wie die mundartlichen Verse und solche, die mit Elementen der Gebärdensprache versehen sind.
Verse in Mundart
Bei den Mundarten macht es Spaß mit Sprache zu spielen, den anderen Klang zu erforschen und ein wenig darüber zu lernen, wie zum Beispiel die Urgroßeltern in den verschiedenen Regionen gesprochen haben, wie sehr sich Sprachen verändern können und dennoch vertraut sind.
Gebärdensprache
Die Gebärdensprache ist eine Sprache, mit der sich Hörende nur selten auseinandersetzen und doch ist sie ein Teil unseres Alltags. Es sind, wie Gebärdensprachdolmetscherin Karin Kestner schätzt, immerhin rund 400 000 Gehörlose, Schwerhörige und deren Angehörige in Deutschland, die als Kommunikationsmittel die Gebärdensprache nutzen. Lange wurde um die Anerkennung dieser Sprache gerungen. Dank vieler Volkshochschulkurse in Deutscher Gebärdensprache gibt es immer mehr Hörende, die sich auch mit Gebärden
ausdrücken können und damit weitere Brücken zwischen der Welt der Hörenden und der Welt der Gehörlosen bilden. Wer einige dieser Gebärden kennt, hat vielleicht Lust, noch mehr darüber zu erfahren. Vielleicht ergeben sich daraus auch Kontakte zu Gehörlosen, die sich weniger isoliert fühlten, würde jeder ein wenig die Gebärdensprache beherrschen. Die Gebärdensprachdolmetscherin Karin Kestner hat Gebärden für die Verse in diesem Buch zur Verfügung gestellt. Wer sie ausprobiert, wird merken, wie ausdrucksstark und harmonisch diese Bewegungen sind und wie leicht und verständlich sie für Kinder sein können.
Theater der Hände
Im Kapitel Theater der Hände finden Sie ein poetisches Stück, ganz neu und leicht nachzuspielen. Erschaffen hat es die Braunschweiger Puppenspielerin Anke Berger. Es ist Figurentheater mit einfachsten Mitteln, das Kinder und Eltern anregen soll, es selbst auszuprobieren und das zum bewussten Umgang mit den eigenen Händen und deren Fähigkeiten beiträgt. Es ist ein Spiel der Verwandlungen, auf kleinstem Raum werden ganze Welten lebendig.

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